Musik

Stürmischer Wiederbeginn der Konzertsaison

 

Es war schon ein bewegender Moment, nach Monaten der philharmonischen Abstinenz erneut die heiligen Hallen betreten zu dürfen, natürlich unter peinlich überprüften 3-G und mit Mund-Nasenschutz. Wie ich das Ding hasse!! Aber es muss halt sein. Maestro FX Roth hatte ein sehr bewegendes Programm auf die Beine gestellt; die argentinische Weltklasse-Cellistin Sol Gabetta gab sich die Ehre mit dem einzigen Cello-Konzert von Edward Elgar, ein wundervoll kantables Stück, in dem die Solistin zu sprechen und zu singen schien.

Der englische Komponist war im Grunde seines Herzens eine traurige Seele. Den Ausdruck fand seine Traurigkeit vor allem in diesem letzten großen Orchesterwerk. Wunderbar begleitet und zu Herzen gehend vom Gürzenich-Orchester; Roth legte alle seine Gefühle sichtbar in sein subtiles Dirigat, das fast volle Haus dankte mit stürmischem Beifall für ein nur gehauchtes Adagio, in der exzessiv in die Länge gezogenen Generalpause im zweiten Satz hörte man vom Publikum – nichts; schon sehr selten beim üblichen philharmonischen Husten.

Nach dem virtuosen Finale entlud sich die Anspannung des Publikums in einem rauschhaften Applaus, für das sich Sol Gabetta mit einem selten zu hörenden Stück bedankte: begleitet von allen Cello-Kollegen spielte sie das Arrangement des katalanischen Volksliedes „The Song oft The Birds“, geschrieben von Pablo Casals; ein beglückender Ausklang des Cellokonzerts.

 

 

In der Pause konnte man – so man ein Getränk in Händen hatte – auch ohne Maske nach bekannten Gesichtern schauen, und sich auf die 55 Minuten für Schuberts 8. Sinfonie vorbereiten, das persönliche Lieblingswerk des Rezensenten mit „himmlischen Längen“. Roth ging das Werk sehr zügig an, vernachlässigte nicht den tänzerischen Teil, auch hier eine endlose Generalpause. Roth war sichtlich in seinem Element, sein lebendiges Dirigat mit exzessiver “Beinarbeit” war ausgesprochen spannend anzusehen. Und das Publikum sehr begeistert, vor allem nach seiner spontanen kurzen Ansprache, dass jetzt endlich wieder musiziert werden kann. Hoffen wir, dass es so bleibt.

 

Für die Freunde und Sponsoren des Orchesters gab es anschließend einen Empfang im Hotel Excelsior Ernst, mit leckeren Häppchen und erfrischenden edlen Getränken.

Kölner Kulturpolitiker Dr. Ralph Elster mit Ehefrau Rita Wolf-Elster

Die Oberbürgermeisterin Henriette Reker bedankte sich emotional für das hohe Engagement der Concert-Gesellschaft hinsichtlich der Kultur in Köln, ebenso Bruno Wenn aus dem Vorstand der Gesellschaft, in Vertretung des Vorsitzenden Dr. Christoph Siemons. Und dann konnte man locker mit jedermann plaudern, Sol Gabetta hatte ihren Ehemann mitgebracht, Roth und die Oberbürgermeisterin standen für Smalltalks und Fotos zur Verfügung.

Elham Niazi, Iranische Köln-Bürgerin

Ein rundum tolles Event; Dank an die Concertgesellschaft, die sich immer über neue Mitglieder freut: www.concertgesellschaft.de

Fotos ©Holger Talinski, Michael Cramer

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