Musik

Una bella serata im Staatenhaus mit schönen Stimmen

Das Gemunkel, wem denn der diesjährige „Offenbachpreis“ verliehen würde, hatte ein blitzartiges Ende mit der charmanten Ansprache von Norbert Pabelick, dem Vorsitzenden der „Freunde der Kölner Oper“.  Mit diesem Preis wird alljährlich ein junges Ensemblemitglied geehrt, welches sich musikalisch und schauspielerisch in der Kölner Oper ausgezeichnet hat. Und wer könnte das derzeit sonst sein als Kathrin Zukowski, die sich zum neuen Kölner Publikumsliebling gemausert hat. Der Schreiber dieser Zeilen hatte sie bereits hoch gelobt: https://www.kulturcram.de/2023/05/kathrin-zukowski-steiler-aufstieg-in-der-opernwelt/

Sichtlich überrascht von der Ehrung nahm sie die goldene Ehrennadel in Empfang, angefertigt und gestiftet vom früheren Juwelier und Beiratsmitglied Ullrich Rochels. Dazu einen überdimensionalen Scheck über 2000 Euro, überreicht vom Schatzmeister Gregor Grimm.

Schatzmeister Gregor Grimm

Die „italienische Operngala“ war ein festlicher und sehr gut besuchter Abend, gut passend  im Bühnenbild der aktuellen Aufführung vom „Liebestrank“ und ausgerichtet von den Kölner Opernfreunden www.opernfreunde-koeln.de. Aber eröffnet nicht mit einer Arie, sondern mit einer Vorstellung des Ensembles und dessen musikalischen Darbietungen. Nun – „italienisch“ war fast alles: die Musik der Komponisten Rossini, Bellini, Donizetti und Verdi. Der Chefdramaturg Stephan Steinmetz erläuterte launig das Programm und die singenden Akteure, auch der Dirigent Giuseppe Finzi – unschwer zu erraten – ist ein waschechter Italiener, ebenso die Italienerin Marta Torbidoni, die von der Presse hoch gelobt wird.

Studierende der Kölner Hochschule

Vor den Gesangsdarbietungen gab es erst einmal die Ouvertüre zu Verdis „La Forza des Destino“ zum musikalischen Aufwärmen. Finzi leitet das bestens präparierte Gürzenichorchester, welches diesmal nicht neben, sondern auf der Bühne saß (bis auf die stehenden Kontrabässe). Präzise Bläser, seidige bis bissige Streicher, beste Synchronisation mit der Bühne: die Kölner können sich glücklich schätzen ob dieses Klangkörpers. Und hatten sicher Freude an dem schwelgerischen, sehr exzessiven Dirigierstil von Finzi, der ein wenig an Maestro Will Humbug erinnerte. Richtig los ging es dann mit Donizetti (Don Pasquale), Kathrin Zukowski sang die Arie der Adina. In der Folge Adriana Bastidas-Gamboa, mit geheimnisvollem Mezzo und bewundernswertem Spiel ist auch sie seit Jahren Publikumsliebling in Köln, präsentierte „O Patria“ aus Rossinis „Tancredi“. Gerne erinnert man sich an ihre Rolle als Carmen in der Spielzeit 2019/20. Unsere beiden Koreaner Insik Choi und Young Woo Kim sangen aus Macbeth „Perfidi all ´angelo“ und „Celeste Aida“. Mächtige und klangschöne Stimmen, mit einem Volumen, welches die Arena von Verona locker füllen würde.

 

Norbert Pabelick mit der Urkunde

Marta Torbioni, die Einzige, die nicht im Kölner Opernstudio „aufgewachsen“ ist, erfreute mit strahlendem, höhensicheren Sopran als „Leonora“ aus Verdis „Troubador“ – nicht zu verwechseln mit der „Leonore“ aus dem „Fidelio“. Vor der Pause noch das berühmte Terzett aus „Don Carlo“ mit Insik Choi, Young Woo Kim und Adriana Bastidas-Gamboa.

Die Überreichung des Offenbachpreises – auch der Intendant Hein Mulders gratulierte mit einer kleinen originellen Ansprache – war schon ein feierlicher Moment und wurde vom Publikum sehr heftig beklatscht. Nachfolgend dann Adriana Bastida-Gamboa mit Donizettis „La Favorita“ und die frisch gekürte Kathrin Zukowski mit der Arie der Elvira aus Bellinis „Puritani“, leider ohne die Ehrennadel am bunten langen Kleid. Und weiter dann aus dem „Maskenball“, Marta Torbidoni mit Young Woo Kim und Insik Schoi. Letzterer litt an einem heftigen „Hexenschuss“, was Stephan Steinmetz schon als „besondere Verkleidung“ angedeutet hatte. Daher stützte er sich auf einen Gehstock, aber immerhin mit silbernem Knauf.

Mit Ehemann Luca Marcossi

Vor dem prächtigen Finale mit dem berühmten und berührenden Quartett aus „Rigoletto“ konnte Marta Torbidoni noch einmal ihre herausragende Qualifikation als „Abigaille“ aus „Nabucco“ präsentieren. Ein riesiger stehender Beifall und Blumensträuße beendeten das Konzert. Nein, natürlich gab es eine Zugabe aus Verdis „Traviata“, und gesungen von allen fünf Künstlern.

Die stolze Familie

Die Oper Köln kann sich glücklich schätzen ob dieser herausragenden jungen Sängerinnen und Sängern. Auch eine Folge des internationalen Kölner Opernstudios, aus dem etliche Mitglieder ins feste Ensemble wechselten. Wer die jungen Künstler noch einmal erleben möchte: am 11. Dezember um 18:00 gibt es ein Weihnachtskonzert im Staatenhaus, gestaltet von den Mitgliedern des Opernstudios mit anschließendem Empfang. Eigentlich nur für Mitglieder, aber vielleicht auch für solche die es werden möchten. Anmeldung bei Alice Roch, der Leiterin der Geschäftsstelle, per Mail oder telefonisch: opernfreunde-koelngmx.de ,  0178 – 6133495.

Begeisterter Schlussapplaus

Aufführung am 25. November im Staatenhaus

Rezension von Michael Cramer

Fotos: Privat und M. Cramer (1)

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