Musik

Baustart und der “Oberverantwortungshut”

≈    Endlich sollte er losgehen, der Umbau des Riephahn-Ensembles von Oper und Schauspiel; die Stadt Köln, die Mitarbeiter, die Künstler und das Publikum hatten lange darauf gewartet. Nachdem alles raus war, wie das Grafitti forderte. Für die symbolische Schlüsselübergabe des Hauses durch den technischen Direktor Andreas Fischer an den Architekten Remigiusz Otrzonsek, Partner der Baufirma HPP  am 18.6.2012 war natürlich auch die Presse eingeladen. Die Intendantin Dr. Birgit Meyer sprach ein paar Worte, ebenso der Bauleiter, und dann war es auch schon vorbei. Aber es gab Gelegenheit, sich im leergeräumten Bühnenraum ein wenig umzusehen, natürlich auch durch den Sucher der Kamera.

Für die Nostalgiker unter Ihnen und auch für die früheren Mitarbeiter des Hauses seien diese hier gerne gepostet.

Schlüsselübergabe von Andreas Fischer (rechts)  an die Baufirma HPP am 18.6. 2012

 

Verwaister Arbeitsplatz der Inspizienz
Hier gab es mal die “Götterdämmerung” und “Aida” mit viel Freiraum

 

Die Türe raus in den Gang

Die fast nie benutzte Unterbühnenkonstruktion

 ”    

Am 22. November 2015 war die feierliche Wiedereröffnung geplant, sogar der Bundespräsident war eingeladen; der Schreiber dieser Zeilen hatte als langjähriger Abonnent auch Karten bekommen – und diese bis heute sicher verwahrt. Vielleicht werden sie ja mal wertvoll 🙂

Wie schön wäre es gewesen …. (Prospekt zur geplanten Wiedereröffnung 2015)
… aus dem Prospekt mit dem Datum der Wiedereröffnung 2015

Bis dann am 23. Juli 2015 auf der Agenda eine ungewöhnlich eilig eingerufene Pressekonferenz im Vortragssaal des MAK stand; in Anwesenheit des Schauspielintendanten Stefan Bachmann und der Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach verkündete die – extra aus dem Urlaub zurückgekommene – Opernintendantin Dr. Birgit Meyer, dass die Wiedereröffnung von Oper und Schauspiel wegen unvorgesehener technischer Probleme auf unbestimmte Zeit  verschoben werden müsse. Davon habe sie selbst erst vor einigen Tagen erfahren. Eine Mitteilung, die ob ihrer Tragweite und ihren Auswirkungen kaum zu glauben ist.

Susanne Laugwitz-Aulbach, Stefan Bachmann, Geschäftsführer Patrick Wasserbauer

Das war natürlich der Oberkracher, der mit den Journalisten eine lange und hitzige Diskussion hervorrief. Die heftig angegriffene Kulturdezernentin Laugwitz-Aulbach wies in ihrem Statement darauf hin, dass sie nur für die Kultur, nicht aber für die Kulturbauten zuständig sei; sie hätte nicht den “Oberverantwortungshut” auf. Ein Begriff, der ihr auch nach Jahren noch anhängt, obwohl längst nicht mehr im Amt.

Dr. Birgit Meyer links

Nun wird es angeblich 2024 bis zur Schlüsselübergabe; aber wann tatsächlich Aufführungen stattfinden können, ist wegen des erforderlichen Probelaufs der Oper völlig offen.

  Leider ist überhaupt nichts rausgekommen über die Verantwortlichen dieses Dramas

Text und Fotos: Michael Cramer

 

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